Dora und Domenico

Italienische Umarmung

aus der Neuen Presse vom 05. Februar 2013

HIER STIMMT ALLES: Im „Pizza & Pasta“ in der Nordstadt fühlen sich Kinder und auch Erwachsene richtig wohl. Die Wirtsleute Domenico und Dora Fragnelli sorgen für typisch italienische Atmosphäre mit großer Herzlichkeit.
© Sebastian Mast

Italienische Umarmung im Pasta & Pizza
Einmal im Monat testen wir die Kindertauglichkeit von Restaurants in Hannover und Region. Heute: Das „Pasta & Pizza“ in der Nordstadt – ein kleines, aber sehr typisches italienisches Restaurant.

Ambiente
Wenn wir nicht einen Tipp von Freunden bekommen hätten, hätten wir das „Pasta & Pizza“ von Domenico Fragnelli und Vincenzo Lo Cacciato bestimmt nie kennengelernt. Es ist eines dieser kleinen Eckrestaurants, die von außen nichts hermachen und auch vom Namen nichts Besonderes versprechen. Aber schon in der Tür kommen bei unseren Kindern Urlaubserinnerungen auf: Denn die kleinen, aber meist sehr guten Straßenrestaurants in der Toskana sehen dem „Pasta & Pizza“ sehr ähnlich.
Das Lokal besteht aus einem Raum, in dem auch in offener Küche gekocht und gebacken wird. Folge: Hier riecht es einfach herrlich nach italienischer Küche. Die Beleuchtung im Raum ist dezent, indirekt werden große Bilder an den Wänden angestrahlt, Kerzen stehen auf den Tischen. Die einfachen Tische und Bänke sind unkompliziert im Raum verteilt, auf Tischdecken wurde verzichtet, dafür sorgen viele Kerzen für gemütliche Stimmung. In einer Ecke sind auf dem Fensterbrett zahlreiche Spiele und Puzzles für große und kleine Kinder gestapelt – dankbar wählen unsere Kinder gleich etwas aus.

Publikum
Das Publikum ist sehr gemischt. Sicher, das „Pasta & Pizza“ hat viel Kundschaft aus der direkten Umgebung, junge Paare, Studenten, Lehrer und Professoren, Musiker und Künstler, aber auch ganze Gruppen treffen sich hier zum Essen. Alle Gäste sind sehr entspannt und unkompliziert.

Zeitungsauschnitt aus der Neuen Presse

Service
Wir sind kaum im Laden, da begrüßt uns der Chef mit freundlichem Lachen und offenen Armen. Wir als bekennende Italien-Fans fühlen uns – obgleich zum ersten Mal hier – gleich heimisch. Wir bekommen einen großen Tisch zugewiesen und lesen uns durch die umfangreiche Karte. Selbst unser Jüngster (3) hält stolz eine Speisekarte in der Hand und hat dank zahlreicher kleiner Mini-Bilder darin seinen Spaß. Die Bestellung verläuft unkompliziert, Sonderwünsche werden notiert (und auch von der Küche korrekt umgesetzt). Die Getränke kommen „stante pede“, und auch die Gerichte werden schnell und zusammen serviert. Auch in der größten Betriebsamkeit scheint die Betreiber nichts aus der Ruhe zu bringen. Unser Jüngster kommt auf die Idee, selbstständig Eiswürfel und einen Löffel zu bestellen – und bekommt beides auch sofort. Wir haben in anderen Restaurants schon erlebt, dass er vor dem Tresen einfach übersehen wurde. Selbst als einem unserer Kinder ein Glas Brause umkippt und das Glas klirrend auf dem Boden zerspringt, schaut niemand verärgert.
Essen und Trinken: Wir bestellen querbeet – Salat, Pizza, Nudeln, Eis. Alle Gerichte – und somit erübrigt sich eine Kinderkarte – gibt es als große und als Mini-Portion. Man könnte auch sagen, es gibt normale und riesige Portionen. Unsere mittlere Tochter hat eine mittelschwere Mäkelphase in Bezug auf Essen und mag es nicht, wenn zu viele Zutaten durcheinander auf dem Teller liegen. Die schlichte Pizza Margherita (sensationelle drei Euro) aber ist voll nach ihrem Gusto. Der Boden hauchdünn, aber kross, trotz der sparsamen Zutaten ist der Belag saftig, aber ohne allzu fettig zu sein. Das Verhältnis von Käse und Tomaten ist ideal. Der Jüngste entscheidet sich für Pizza Bomba (sensationelle 4,10 Euro) mit Tomaten, Käse, Salami, Paprika, Champignons und Peperoni. Wir merken an, dass sie für das Kind nicht zu scharf sein sollte – kein Problem. Auch aufmerksam: Für die Kinder sind die Pizzen gleich in handgroße Stücke geschnitten. Die Pizza Piccante (große Pizza 5,70 Euro) ist wie angekündigt auch wirklich schön scharf, die Pizza della Casa zählt mit 6,70 Euro schon zu den höherpreisigen Gerichten. Eine Insalata Casa (sechs Euro) gehört natürlich zum Pflichtprogramm und ist mit Schinken, Käse, Ei und Thunfisch nicht nur als Vorspeise geeignet. Bekannt ist das „Pasta & Pizza“ für seine Rigatoni Ar-rabbiati mit Kapern, Oliven, Knoblauch und Tomatensoße. Wunderbar auf den Punkt gewürzt, ein toller Geheimtipp.
Ein halber Liter solider italienischer Landwein kostet 5,80 Euro. Unsere Kinder wünschen zum Abschluss noch eine Kugel Eis, viel Auswahl gibt es nicht, dafür aber kostet eine Kugel auch nur nostalgische 60 Cent im Restaurant. Tiramisu (drei Euro) rundet für uns Erwachsene das Mahl ab.

Kinderfazit
Unsere kleine Bande ist begeistert! Im „Pasta & Pizza“ haben sie sich alle wohlgefühlt. Das lag nicht nur am guten Essen, sondern auch an der freundschaftlichen Atmosphäre. Hier bestätigt sich mal wieder: Italiener lieben Kinder, für sie sind sie ernstzunehmende Gäste wie alle anderen auch. Dass es viele Spiele gibt, ist ein weiterer Pluspunkt – endlich mal etwas anderes als Malbücher.

Elternfazit
Wenn Eltern mit mehreren Kindern essen gehen, trägt neben der Qualität des Essens und freundlichem Service auch der Preis zum wirklichen Genießen des Abends bei. „Pasta & Pizza“ hat echte Retro-Preise: Für so viel Essen haben wir schon lange nicht mehr so wenig bezahlt. Das Lokal hat nicht den Anspruch, ein Gourmetrestaurant zu sein, aber hier wird eine solide, sehr gute italienische Küche geboten: Inklusive aller Getränke zahlten wir 55,20 Euro. Allein das ist eigentlich fünf Sterne wert!
•    Spielangebote
•    Keine Kinderkarte
•    Barrierefrei
•    Wickelmöglichkeit
•    Barzahlung

(Mit freundlicher Genehmigung der Hannoverschen Neuen Presse)